Neue Stauden und Rosen blühen

Im April bezogen mehrere neue Rosen den Garten, im Mai kam eine Vielzahl Stauden auf dem Terrassenbeet hinzu. Alle entwickelten sich prächtig. Jetzt kann ich schon Rosenblüten mit zartem Duft bewundern und geniesen. Auch von den Stauden stehen bereits einige in Blüte. Besonders bezaubernd für Augen und Nase ist gerade der hellgelbe Blütenkelch der Zitronentaglilie. Abends duftet er wunderbar frisch zitronig. Wie schön wird es erst nächstes Jahr sein, wenn mehr davon erblühen.

Historische Rose beinah übersehen

Bei Gartenübernahme 2010 wuchsen zwei eher kümmerliche Rosen nahe dem Gartentor, umwuchert von Gras und Kraut. Blüten zeigten sich keine (oder ich bemerkte sie nicht) und von Rosen war ich zu der Zeit sowieso nicht so begeistert. Ich schnitt sie kurzerhand radikal zurück um sie später auszugraben und zu kompostieren. Das Ausgraben verschob ich und so trieben sie 2011 wieder ein bisschen. Dieses Jahr trieben sie noch mehr und nun blühen sie. Zum Glück. Denn seit ich im Februar über naturnahe Rosen las, interessieren mich Rosen doch und ich schaue genauer hin.

Louise Odier am SchutthaufenEine der beiden blüht romantisch rosa und duftet intensiv und besonders. Die Blüten sind stark gefüllt und die inneren Blütenblätter liegen dicht und anmutig gefaltet. Ich entdeckte beim genaueren Betrachten halb in der Erde steckend ein beschädigtes Etikett zur Rose. Den Namen konnte ich glücklicherweise noch entziffern: „Louise Odier“. Sehr schön – nun weiß ich, dass sie eine historische Strauchrose (Bourbon-Rose) ist, gezüchtet 1851 von Jacques Julien Margottin. Sehr winterhart und scheinbar nicht gar so anfällig für Krankheiten soll sie sein. Sie wird ca. 1,5 m hoch.
Direkt neben ihr sammelte ich den Bauschutt – welcher Frevel aus jetziger Sicht. Zur Zeit wird der Haufen für den Steingarten wieder abgetragen, ganz vorsichtig. Im Herbst bekommt Louise einen würdevolleren Standort.

Die zweite Rose hat gelbe gefüllte Blüten mit schwachem Duft. Als ich sie fotografieren wollte, war sie schon verblüht. Leider fand sich bei ihr kein Etikett. Was aus ihr wird? Mal sehen.

Stauden gut angewachsen

Die Ende Mai an der Terrasse gepflanzten Stauden haben sich bereits gut eingelebt und gedeihen. Wiesentaglilie Hemerocallis lilioasphodelus, gelbe Akelei Aquilegia Caerulea-Hybride ‚Maxi‘ und die beiden Storchschäbel Geranium himalayense ‚Gravetye‘ und Gracile-Hybride ‚Sirak öffneten schon ihre ersten Blütenkelche. Die alte Kletterrose blüht ebenfalls fleißig, zartrosa und duftig. Schade, dass ich nicht weiß, um welche Sorte es sich handelt. Auch eine der im April gepflanzten Rosen – Danae – hat schon Knospen angesetzt.

Rosen gepflanzt

Mein recht kurzfristiger Plan, Rosen zu pflanzen, konnte in die Tat umgesetzt werden. Alle Sorten, die ich mir mit Hilfe von Dr. Reinhard Witts Büchern ausgesucht hatte, waren noch verfügbar. Die beiden Rambler „Hermann Schmidt“ und „Frau Hilde Ruf“ bestellte ich beim Züchter Rosenschule Ruf (www.rosenschule-ruf.de). Bei diesen beiden reizte mich vor allem der als lindenblüten-ähnlich beschriebene Duft. Jedes Jahr sehne ich die Blüte der Linden herbei – ist es dann soweit, stecke ich meine Nase in jede erreichbare Lindenblüte und inhaliere den geliebten Wohlgeruch. Die beiden Kletterrosen versprechen nun eine Verlängerung dieses Genusses.
„Frau Hilde Ruf“ soll am Kirschbaum emporklettern. Dort entsteht ein Sitzplatz und ich werde dann in der Sonne sitzen und mich am Rosenduft laben. „Hermann Schmidt“ ist für die Pergola am Gartentor bestimmt und wird mich im Sommer mit Duft empfangen.

Die zart gelb blühende Strauchrose „Danea“ und zwei Exemplare der kleinen Strauchrose „Lavender Dream“ bestellte ich bei dem belgischen Rosenzüchter Lens (www.lens-roses.com). Alle Rosen wurden wurzelnackt geliefert und sind nun gepflanzt.

Buchtipp für Rosenliebhaber: Naturnahe Rosen

Bisher war ich kein Rosenfreund, weil mir von Rosen bekannt war, dass sie empfindlich und zickig sind, viel Pflege brauchen, anfällig für Krankheiten sind und es eine unüberschaubare Menge von Sorten gibt. Also nichts für mich und einen pflegeleichten Naturgarten. – Diese Meinung hat sich total geändert, seit ich in meiner Lieblings-Gartenzeitschrift „Natürlich Gärtnern“ (olv-verlag.de) einen Artikel über naturnahe Strauchrosen las. Naturnahe Rosen heißt nämlich: robust und unanfällig gegen Krankheiten und Schädlinge, pflegeleicht und fruchtbare Hagebutten. Und es gibt viele Sorten die duften und lange blühen. Mit solchen Rosen im Garten haben auch Vögel und Insekten ihren Nutzen.
Der Autor des Artikels, Dr. Reinhard Witt, hat zwei dicke Bücher über naturnahe Rosen geschrieben. Diese bestellte ich sogleich in seinem Buchshop  (shop.naturgartenplaner.de) und las begeistert. Herrn Witt bin ich nun sehr dankbar, dass er in jahrelanger Arbeit diese naturnahen Rosen zusammengestellt und beschrieben hat und mir damit die Auswahl leicht und übersichtlich macht. Ich habe schon meine Wunschsorten gefunden. Mal sehen, ob ich sie noch in diesem Frühjahr bestellen und pflanzen kann.

naturnahe Rosen Band 1 - Dr. Reinhard Witt naturnahe Rosen Band 2 - Dr. Reinhard Witt