Trockenheit im Kleingarten

Im Kleingarten hat die lange Hitze und Trockenheit dieses Sommers ihre Spuren hinterlassen. Die Sträucher lassen ihre Blätter hängen oder haben schon vertrocknetes Laub, die Wiesenbereiche sind komplett trocken und vergilbt. Einige Stauden zeigen ebenfalls hängende oder vertrocknete Blätter – besonders betroffen sind hier Großblatt-Phlox, Astilben, Heuchera, Tiarella. Andere kommen noch immer gut zurecht, darunter erstaunlicherweise die meisten Funkien.
Der Apfelbaum trägt viele Früchte, sie sind jedoch recht klein. Die Rose Luise Odier hat zwar kaum noch Blätter, aber sie blüht!

Im Hausgarten tut sich was

Rund 4 Jahre hat es gedauert bis die Bauarbeiten auf dem Gelände um unser Haus herum weitgehend abgeschlossen wurden und wir mit der Bearbeitung und Bepflanzung des kleinen Hausgärtchens beginnen können.
Unser sehr entgegenkommender Vermieter hat die Boden- und Wegvorbereitung durch seine Handwerker veranlasst, nach unseren Wünschen.

Meine ersten Aktionen waren: Mülltonnenunterstand aufbauen, jede Menge Giersch-Wurzeln und Steine entfernen, Sträucher pflanzen – die 3 vorhandenen Kirschlorbeeren wurden dabei mit einbezogen.

Als nächstes stehen an: Beetkanten setzen als Begrenzung des Splitweges, Erde lockern und mit Kompost aufbessern, passende Stauden und Kräuter auswählen und pflanzen … Je nach Zeit und Wetterlage wird die Fortsetzung der Arbeiten wohl eher im nächsten Frühjahr stattfinden. Die Beetflächen sind vorerst mit Mulchfolie und Holzhäcksel abgedeckt, damit zwischenzeitlich nichts ungewolltes wächst.

Pflanzung Beerenstäucher

An der Umgestaltung des Gartens arbeite ich schon seit der Übernahme 2010. Nun nach sechs Jahren ist der letzte unbearbeitete Bereich in Angriff genommen: Wildwuchs entfernt und deponiertes Material umgelagert, Boden gelockert und vier Beerensträucher gepflanzt. Zwei Sorten der Sibirischen Blaubeere (auch Honigbeere) – „Blue Velvet“ und „Eisbär“ – sowie eine Jostabeere und Schwarze Johannisbeere „Dr. Bauer’s Ometa“ haben hier ein neues Zuhause. Mögen sie kräftig gedeihen und fruchten.

Der Ausbreitungsdrang der Himbeeren

Himbeeren Autumn Bliss und Sanibelle
Himbeeren „Autumn Bliss“ und „Sanibelle“

Viel Mühe machten wir uns 2012 beim Pflanzen der Himbeersträucher mit einer Wurzelsperre. Doch der vegetative Vermehrungsdrang von Rubus idaeus lässt die sogenannten Kriechsprossen auch über den oberen Rand der Wurzelsperre wachsen, wenn man nicht aufpasst.
Der Boden unter den Beerensträuchern ist mit Mulchfolie bedeckt, darüber ist wiederum Stroh, Holzhäcksel und Grasschnitt verteilt. Zwei Jahre lang war nichts von Ausläufern zu merken und ich war unbekümmert. Aber dieses Frühjahr wuchsen mit aller Kraft neue Himbeerpflänzchen außerhalb der Wurzelsperre. Das hieß: Folie anheben und alle Kriechsprossen rausreisen – sie hatten sich schon ordentlich ausgebreitet und verwurzelt.
Wenn ich das nicht wieder haben möchte, sollte die Folie vielleicht besser weg … verschiebe ich mal auf Herbst. Ab nächstem Jahr sind dann regelmäßige Kontrollen angesagt, um die Sprossen rechtzeitig zu entfernen. Wenn genug Himbeeren reifen, ist es der Mühe wert.

Himberausläufer

Scharbockskraut

Mit unverhofften gelben Blüten erfreut mich derzeit das Scharbockskraut. Das kleine Hahnenfußgewächs hat sich ganz von selbst am Steingarten unter einer Strauchrose  angesiedelt. Letztes Jahr waren nur ein paar Blätter zu sehen, welche später im Jahr wieder verschwunden waren. Dieses Jahr blüht’s und nun weiß ich wer’s ist. Die Frühjahrspflanze ist ein Hemikryptophyt und zieht die oberirdischen Pflanzenteile im Mai bis Juni wieder ein. Die Blätter kann man sogar essen (vor der Blüte), sie enthalten viel Vitamin-C.

Scharbockskraut

Das Kraut soll recht wuchernd sein, viele Gärtner mögen es daher wenig. Ich aber freue mich über den neuen Insassen. Drängt es sich doch keinesfalls in den Vordergrund mit seinem zarten Wuchs und den feinen Blütensternen. Und spätestens im Juni macht das Scharbockskraut Platz für andere Akteure. – Falls es irgendwann zu viel wird, wird’s einfach gegessen …

Nächste Staudenetappe

Mit den Staudenpflanzungen arbeite ich mich Jahr für Jahr von hinten nach vorn. Als zweite Etappe nach dem Terrassenbeet kommt der Bereich „rechts um den Kirschbaum rum“ dran. Vorbereitet und geplant ist das Beet seit letztem Jahr. Nun sind die Pflanzen eingetroffen und gepflanzt: Weißer Eisenhut, Akelei, Sterndolde, Fetthenne, Wald-Schmiele, Hohes Pfeifengras, September-Silberkerze, Blaue Gelbrand-Funkie, Pfingstrose, Storchschnabel. Von selbst siedelten sich bereits jede Menge Duftveilchen und Vergissmeinnicht an.

Miniatur-Riese

Es soll zukünftig noch mehr Rhabarbern im Garten. Zu diesem Zwecke orderte ich „Goliath“, den Riesen unter den Rhabarbersorten. Bis zu 90 cm lang sollen die Stiele werden, die Blüten bis zu 170 cm hoch. Und Rhabarber kann ja nicht nur als Obst (das eigentlich Gemüse ist) gegessen werden, sondern ist auch eine imposante Augenweide. Für prachtvolle Blütenstände nehme ich gern in Kauf, dass die Ernte kleiner ausfällt.
Jedenfalls, Goliath kam als Winzling in einem kleinen Päckchen bei mir an. Ob sich dieses klitzekleine Blättchen tatsächlich zu einem riesigen Rhabarber auswächst? Wir werden sehen …

Rhabarber Goliath - noch mini

Zwiebeln für Frühlingsblüher

die letzten Blumenzwiebeln sind zu vergrabenAls Partner für die Stauden waren Mitte September die bestellten Blumenzwiebeln eingetroffen. Ausgewählt hatte ich hauptsächlich für Lehmboden und Halbschatten bis Schatten geeignete, robuste, langlebige Blumenzwiebeln: Schneeglanz (Chionodoxa forbesii ‚Pink Giant‘), Schnee-Krokus (Crocus chrysanthus ‚Prins Claus‘), Rosa Elfen-Krokus (Crocus tommasinianus ‚Roseus‘), Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Traubenhyazinthe (Muscari Hybride ‚Peppermint‘), Nickender Milchstern (Ornithogalum nutans), Puschkinie (Puschkinia scilloides var. libanotica), Blausternchen (Scilla siberica), Großkronige Narzisse (Narcissus ‚Ice Follies‘), Gefüllte Narzisse (Narcissus ‚Manly‘) und Dichter-Narzisse (Narcissus poeticus ‚Actaea‘). Sie alle gesellen sich zu den Stauden auf dem Terrassenbeet.

Safrankrokusse treiben, daneben blüht noch der LavendelEinige Exemplare der Narzissen wurden in der Wiese versenkt. Busch-Windröschen (Anemone nemorosa) und Winterling (Eranthis hyemalis) bezogen unter Sträuchern ihr Quartier. Sternkugel-Lauch (Allium christophii), Zier-Lauch (Allium nigrum = Allium multibulbosum) und Wild-Tulpe (Tulipa humilis var pulchella ‚Albocoerulea‘) mögen es lieber trockener und sonniger, deshalb haben sie einen Platz im Steingarten bekommen.
Safran-Krokusse (Crocus sativus) waren beim Vergraben als Erste an der Reihe, weil sie im Herbst blühen – ausgetrieben haben sie schon. Heute nun ist die Arbeit vollendet und alle Zwiebeln haben ihren Standort.