Landkärtchen

Edelfalter Landkärtchen (Sommergeneration)Schon wieder ein neuer Besucher aus der Familie der Edelfalter: das Landkärtchen (Araschnia levana), auch Landkärtchenfalter. Dieser Tagfalter bewohnt feuchte Staudenfluren in lichten Wäldern und an Waldrändern – keine Wunder also, ihn hier in meinem Waldrandgarten anzutreffen.

In jedem Jahr gibt es zwei Falter-Generationen, die sich optisch stark voneinander unterscheiden. Dieser Unterschied entsteht durch die Tageslänge während der Raupenentwicklung.
Die Frühjahrsgeneration fliegt von April bis Mai, gefärbt in Rot-Orange mit schwarzen Flecken. Aktuell fliegt die Sommergeneration von Juli bis August, ihre Färbung ist dunkel mit einem breiten, weißen Rückenband und kleinen orangen Flecken (siehe Fotos). Die von der zweiten Generation abstammenden Puppen überwintern und werden zu Faltern der ersten jährlichen Generation.
Der Name des Landkärtchens rührt von der Zeichnung der Flügelunterseiten her, deren Linien an eine Landkarte erinnern.

Brauner Waldvogel

Diesen Sommer flattern viele Schmetterlinge durch meinen Garten. Heute kam mir der Braune Waldvogel (Aphantopus hyperantus), auch Schornsteinfeger genannt, vor’s Objektiv – zugegeben ein schon etwas älteres, ausgefranstes Exemplar. Er ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter und überall in Europa verbreitet.

Edelfalter Brauner Waldvogel an Lavendel

Dieser Falter bewohnt typischerweise lichte Wälder und Waldränder. Pro Jahr wächst eine Generation heran, die von Juni bis August fliegt.
Das Männchen ist schwarzbraun gefärbt. Das Weibchen ist etwas größer und die Färbung ist etwas heller. Die Flügelunterseite hat bei beiden deutliche hellrandige Augenflecken, besonders an den Hinterflügeln. Auf der Flügeloberseite sind diese Augenflecken nur schwach oder gar nicht erkennbar. Die Braunen Waldvögel sind meist mit zusammengeklappten Flügeln zu sehen, so dass man die charakteristischen Augenflecken gut sehen kann.

 

Pelzige Flugkünstler: Wollschweber

Wollschweber sind hummelartig behaarte Fliegen, deshalb werden sie auch Hummelfliegen genannt. Diese Zweiflügler sind schnelle, geschickte Flieger, die Standflug bzw. Schwirrflug beherrschen. Sie saugen mit ihrem langen Rüssel Nektar und Blütenpollen und schwirren dazu kolibriähnlich von Blüte zu Blüte. Hier im Garten ist der Große Wollschweber (Bombylius major) zu beobachten, er fliegt schon jetzt im zeitigen Frühjahr.

Großer Wollschweber an Immergrün-Blüte

Gefleckter Schmalbock

Gefleckter Schmalbock auf Funkienblüte
Dieser schwarz und gelb gefärbte Käfer wird Gefleckter Schmalbock genannt und zählt zur Familie der Bockkäfer. Farbe und Zeichnung sollen bei dieser Art sehr variieren und fungieren als sogenannte Mimikry zur Täuschung anderer Insekten. Sie können, ähnlich wie Heuschrecken, durch Aneinanderreiben von Hinterbeinen und Deckflügeln zirpende Töne von sich geben. Der gefleckte Schmalbock ernährt sich von Pollen, Nektar oder Blütenteilen – z.B. von Doldenblütlern und Disteln.

Zitronenfalter

Zitronenfalter an Platterbse

Nein, sie falten keine Zitronen … Zitronenfalter sind Tagfalter aus der Familie der Weißlinge. Die Männchen haben intensiv zitronengelb gefärbte Flügel, die Weibchen sind blasser. Leider zeigen diese schönen Schmetterlinge fast nie ihre Flügeloberseite – wenn sie sich niederlassen falten sie immer sofort die Flügel zusammen. Wenn man sich ihnen nähert, flattern sie auch schnell wieder davon.
Zitronenfalter können als einzige mitteleuropäische Schmetterlingsart im Freien ohne Schutz überwintern, da ihre Körperflüssigkeiten quasi ein Gefrierschutzmittel enthalten. Damit halten sie bis -20 Grad aus. Und Zitronenfalter haben mit 12 Monaten die höchste Lebenserwartung unter den mitteleuropäischen Schmetterlingen.

Streifenwanze

P1020141_Streifenwanze2015-06

Wie das apart rot-schwarz gestreifte Outfit nahelegt, handelt es sich um eine Streifenwanze (Graphosoma lineatum). Sie gehört zur Familie der Baumwanzen. Die Streifenwanze ernährt sich von Pflanzensäften. Sie mag besonders die reifenden Samen von Doldenblütlern, wie hier den Giersch. Unterseits ist sie rot-schwarz gepunktet und soll ein wenig nach alten Äpfeln riechen. Den Geruch hab ich nicht geprüft.

 

Schneeballblattkäfer

Wie schon in den letzten Jahren sind viele Blätter meines Gewöhnlichen Schneeballs (Viburnum opulus) sehr zerfressen, man könnte sagen skelettiert. Schön sieht das nicht aus, eher bedauernswert. Jedoch dem Strauch macht es nicht wirklich was aus, er treibt später neu aus.
Jetzt bin ich der Sache auf den Grund gegangen, habe mir die Blätter näher angeschaut und kleine Raupen ausfindig gemacht. Anhand der Fotos konnte ich sie als die Larven des Schneeballblattkäfers identifizieren. Welch passender Name.

Larven des Schneeballblattkäfer am gemeinen Schneeball

Die Käfer legen im Spätsommer ihre Eier an den Zweigen des Schneeballes ab. Die Larven schlüpfen dann im nächsten Frühjahr und beginnen ihr zerstörerisches Werk. Nachdem sie sich voll gefressen haben, verpuppen sie sich in der Erde. Im nächsten Jahr beginnt alles von vorn.

Rothalsbock

Rothalsbock WeibchenDer Rothalsbock wird auch Roter Halsbock oder Gemeiner Bockkäfer genannt und ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas verbreitet. Nichts besonderes also.
Ich finde es gut, dass er auch bei mir im Garten zuhause ist. Und da dieses Rothalsbock-Weibchen sich bereitwillig fotografieren ließ, bekommt es hier eine Erwähnung.